Donnerstag, 25. September 2008

Hockeycamp Küssnacht am Rigi

Um elf Uhr läutet mein Handy, das ich wie immer als Wecker benutze. Mein Austauschjahr Kanada beginnt schon jetzt. Auf dem Programm steht eine Woche Hockeycamp in Küssnacht am Rigi. Es werden alle Spieler, die mit SISEC die Saison bestreiten, anwesend sein. Von Letten, über Amerikaner, Kanadier, Österreicher, Deut-sche bis zu den Schweizern werden alle kommen. Natürlich bin ich beim Hinfahren nervös und die Neugier, wer die anderen sind ist gross. Zwei Spieler kenne ich schon von meinem Ex-Verein SC Lyss und ein paar die dieses SISEC-Jahr nochmals machen, da diese letztes Jahr über Neujahr in die Schweiz kamen. Da standen wir nun alle, einander musternd anschauend um heraus zu bekommen wer wohl ein guter Spieler sei. Und so begann unser Hockeycamp: Die schlecht Englischsprechenden wurden ins eiskalte Wasser geworfen. Da ich dank dem Gymnasium und meiner Interesse das Englisch recht gut beherrschte konnte ich von Anfang an mit den kommu-nizieren. Jedoch bekam ich dadurch den Job als Dolmetscher für das ganze Hockeycamp.
7.00 Uhr war Wake Up und darauf folgend der berühmte Wake Up run: Eine Runde Finnenbahn, dann Stret-ching und anschliessen Morgenessen. Das erste Training war meistens um 9.00 Uhr oder 10.00 Uhr mit darauf-folgendem Auslaufen (1 Runde Finnenbahn). Am Mittag gab es meistens kohlenhydrathaltiges Essen. Jeden Tag war auch unser geliebtes Off-Ice Conditioning, welches aus Kraft und Konditionsaufbau bestand. Wer dann noch fit war, was bei mir meistens der Fall war, sackte beim zweiten Eistraining des Tages nicht zusammen. Bettruhe war meistens gegen 10.30 Uhr und Lichterlöschen um 11.00 Uhr, obwohl am Anfang des Lagers noch viele Nachtaktiv waren. Dies legte sich mit der Zeit und mit den Trainings. Während dieser Woche hatten wir zudem noch drei Spiele die wir mit 2:2, 7:2 und 14:1 beendeten. Am Donnerstag war noch ein Team-Event angesagt, wo wir den Seilpark in Küssnacht am Rigi besuchten. Die meisten platzen fast vor Vorfreude, da sie noch nie in einem Seilpark waren. Schlussendlich sind alle heil von den Bäumen heruntergekommen. Am letzten Tag nahm noch jeder Schweizer Spieler einen Ausländer mit nach Hause, damit sie es einfacher haben am folgenden Don-nerstag nach Zürich zu gelangen. Ich traute meinen Augen fast nicht als ich sah, dass an jenem Morgen um 7.00 Uhr in Zürich am Flughafen Besammlung ist, was heissen soll wir müssen um ca. 4.00 Uhr aufstehen. :(

Vorwort

„Bist du schon aufgeregt?“, ist wohl die Frage, die mir in den letzten Monaten, Wochen und Tagen am meisten gestellt wurde. Doch wie ich sie beantworten soll, weiss ich heute noch nicht. Natürlich bin ich ein bisschen aufgeregt und freue mich auf das Kommende, jedoch ist die Trauer, meine besten Kollegen für ein Jahr nicht zu sehen, noch überwiegend.
Alles fing damit an, dass mein Kolleg Marc letztes Jahr mit der Idee kam, mit der Organisati-on SISEC nach Kanada zu gehen. Er hatte schon einiges geplant und riet mir auch meine El-tern zu frage wie sie zu diesem Projekt stehen. Leider war es für sie ein bisschen zu spontan und auch von der Schule her wäre es nicht aufgegangen. Sie sagten mir ich solle mal ein Jahr warten und dann das ganze nochmals aufnehmen. Mir wurde schnell klar, dass wenn ich die-ses Austauschjahr machen will, ich mich sowohl in der Schule und besonders auch im sportli-chen Bereich äusserst anstrengen muss. Das erste halbe Jahr ging vorbei und die Kontaktauf-nahme mit Fred, dem Leiter des SISES Selects, war geglückt. Sportlich hatte ich mich ausge-zeichnet weiterentwickelt. Ich spielte nun als Jüngster unseres Clubs auf der Stufe der Junio-ren Elite B. Nun kam alles auf das Zeugnis an. Hatte ich ein PG, so würde das ganze Unter-nehmen ins Wasser fallen. Gross war die Freude schliesslich als ich mein genügendes Zeug-nis in den Fingern hielt. Nicht lange ging es, und ich hatte das bestätigte Gesuch der Schule. Leider ging es von diesem Moment an mit meinen Schulnoten eis bisschen bergab, was natür-lich meine Lehrer und Eltern nicht sehr glücklich stimmte. Und so musste es kommen, dass ich das zweite Halbjahr eis PG hatte. Da die Sekunda allgemein als die schwerste Zeit des Gymers bekannt ist, weiss ich, dass ich mich ziemlich in den A**** klemmen muss wenn ich zurück bin.
Erst gerade habe ich Antwort auf das Mail an Herr Gmür erhalten. Betreffend des Leistungs-sportes am Gymnasium Neufeld, den ich Besuchen möchte, hat er mir mitgeteilt, dass wenn ich zurückkomme und bei den SCB Junioren Elite spiele, stände es ausser Frage, ob ich den Leistungssport besuchen kann. Falls ich aber weiterhin bei Lyss spielen würde, müsste man zuerst die Anzahl Trainingseinheiten betrachten. Diese wären jedoch die gleichen wie dieses Jahr und so könnte ich den Leistungssport trotzdem besuchen.
Nun haben die Ferien begonnen und ich bin eifrig am arbeiten um noch das fehlende Sack-geld zusammen zu bekommen, denn dieses Austauschjahr ist leider nicht ganz billig. Der grösste Teil wird von meinen Eltern finanziert. Das viele Geld, das sie mir vorgeschossen haben werde ich ihnen mit einer grossen Reise zurückgeben. Ich werde ja nicht für nichts Humanmedizin studieren.