Samstag, 4. Oktober 2008

Erster Monat

Etwa 12 Stunden Flug und für mich etwa 30 Stunden ohne Schlaf hatten wir hinter uns, als wir endlich in Cochrane ankamen. Es war für mich wohl eine der längsten Reisen die ich je hatte.
Es war ca. 1pm als wir mit dem Bus unserer zukünftigen Schule, der Bow Valley Highschool, näherten. Unsere Gasteltern erwarteten uns bereits voller Spannung. Es wurde alles ausgela-den und wir marschierten alle, müde von der Reise, in das flache Gebäude.
Schliesslich wurden die Spieler aufgerufen und ihren Familien zugeteilt, die sie herzlichst will-kommen hiessen. Doch als am Schluss Polly, Zach und ich ohne Familie da standen, waren wir schon ein bisschen verwundert. Jedoch wurden wir sogleich informiert, dass unsere Eltern noch nicht hier sind (Urlaub etc.). So wohnten wir drei während den ersten zehn Tagen bei den Assistentcoaches Roger und Simon. Es war zwar ein bisschen eng zu dritt auf einem 1.50m x 2.00m Bett aber wir hatten Spass.
Die ersten Tage in der Schule waren speziell. Von jeder Seite wurde man betrachtet und wenn man an einer Gruppe vorbei lief, fielen leise Worte wie Hockeyplayer, SISEC, Switzerland und noch etliche mehr. Jedoch konnte sich jeder gut einleben. Ich für meinen Teil war schon nach kurzer Zeit in der Lektion „Sports Perfomance“ als Mathgenie bekannt. Dies nur weil ich im Prozentrechnen schneller war als der Lehrer mit dem Rechner.
Man konnte wirklich sagen, dass alle begeistert von uns waren und uns kennenlernen wollten. Sei es durch Handynummern verteilen an die Girls oder durch die berühmte Frage “Yo, wassup?“ an die Boys.
Anfangs war es noch ein bisschen schwierig einer Konversation zu folgen und mit zu reden. Doch jetzt nach etwa einem Monat ist dies kein Problem mehr. Manchmal musste ich nach-fragen was sie gesagt haben oder was dieses und jenes Wort bedeutet. Aber es heisst ja so schön: “Learning by talking“ oder mit den Girls “Learning by flirting“
Ja die Girls haben sich sozusagen um uns gerissen. Anzufügen ist, dass auch ich schon ein paar Probleme verursacht habe. Dabei wollte ich doch nur mit einer ein bisschen Cochrane ansehen gehen, doch sie verstand es als Date. Und als ich schliesslich mit ihrer Kollegin aus-ging, hatte die erste keine Freude daran.
Autofahren mit 16? Ja so ist es hier, denn auch schon mit 14 und in Begleitung eines Elternteils ist man erlaubt mit dem Auto zu fahren. Verrückt, nicht? Jedenfalls war es mir Anfangs schon ein bisschen mulmig als ich von gleichaltrigen herumkutschiert wurde. Und zudem waren es bis jetzt nur Girls, warum ich auch immer den Sicherheitsgurt anlegte.
Schliesslich konnte ich nach etwa zehn Tagen zu meiner Familie. Ich wurde mit einem Ge-kreisch von etwa acht kleinen, schreienden Mädchen empfangen. Es war eine Geburtstags-party im Gange wie ich bemerkte. Meine zukünftigen Eltern Holly und Mark hiessen mich Will-kommen. Beide sind etwa mittleren Alters, unheimlich lieb und sagenhaft lustig. Beide sind einmal geschieden. Mark hatte mit seiner ersten Frau ein Mädchen Kira (10 J.), welche hin und wieder bei uns ist. Holly hatte mit ihrem ersten Mann Bridan (9 J.), der jetzt mit Holly und Mark lebt. Zusammen haben sie noch zwei Mädchen, Ava (2 J.) und Ridley (6 J.)
So begann mein Leben für ein Jahr bei einer anderen Familie. Heimweh hatte ich jedoch nie gross, meine Eltern hier sind fast so für mich da wie Mam und Pap zuhause. Am meisten Freu-de habe ich an Mark, meinem Dad, der immer lustig Witze bringt, mit dem ich Rülps-Wettkämpfe machen kann etc.
Rückblickend hatte ich einen schönen ersten Monat mir vielen guten Erfahrungen (mit der Aussprache von Microwave, was gar nicht so einfach ist) und Erlebnissen.

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